Eine-Welt-Forum Mönchengladbach

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Besuch von Frau Dr. Ulrike Purrer (Bericht der RP)

Hip-Hop und Akrobatik gegen Gewalt (RP vom 12.4.18)

Ulrike Purrer leitet in Kolumbiens ärmster und gewalttätigster Region ein Jugendzentrum. Unterstützung erhält sie auch vom Niederrhein. Jetzt besuchte die Theologin ihre Heimatstadt und stellte ihr erfolgreiches Projekt vor. Von Angela Rietdorf

Hat sie keine Angst, Opfer der Gewalt in Tumaco, der Stadt mit Kolumbiens
höchster Mordrate, zu werden? Ulrike Purrer schüttelt den Kopf. „Ach wissen Sie“, sagt sie. „Wenn ich immer über meine Sicherheit nachdenken würde, könnte ich nicht arbeiten.“ Aber ihr Status als weiße Ausländerin und Mitarbeiterin der katholischen Kirche schütze sie bis zu einem gewissen
Maße. Die Theologin und Leiterin eines Jugendzentrums im pazifischen
Urwaldgürtel Kolumbiens ist auf Heimaturlaub in Deutschland und zu Gast beim Verein "Action Pro Colombia", einer Solidaritätsinitiative von Christen im Bistum Aachen mit Sitz in Mönchengladbach. Was Ulrike Purrer über Tumaco berichtet, ist erst einmal schockierend:
Die Armut ist groß, die Arbeitslosigkeit bei 72 Prozent, der einzig florierende Wirtschaftszweig ist der Drogenhandel. Bewaffnete Gruppen kämpfen um ihren Anteil am Drogengeschäft. Gewalt und Tod sind ständige Begleiter der Jugendlichen, die in der Stadt am Pazifik aufwachsen. 98%  der Bevölkerung sind schwarz – vermutlich der Grund, warum die Regierung
kein Interesse an einer Verbesserung der Lebensbedingungen in dieser Region hat.
In dieser Gegend also, wo auf 100.000 Einwohner 246 Morde kommen
(in Deutschland sind es 0,8), arbeitet Ulrike Purrer. In den vergangenen sechs Jahren hat sie das Jugendzentrum Centro Afro aufgebaut, mit viel Geduld und Ausdauer das Misstrauen der Bevölkerung überwunden und inzwischen auch verlässliche Mitarbeiterinnen gewonnen. Rund zweihundert Jugendliche kommen regelmäßig, noch sehr viel mehr unregelmäßig ins Centro Afro und erfahren zum ersten Mal Verlässlichkeit. „Wir haben
immer geöffnet, von Montag bis Sonntag“, sagt Purrer. Das Angebot eines geschützten Raumes, in dem Gewaltfreiheit und Respekt herrschen, hat die Jugendlichen nach und nach verändert. „Wir haben eine Hip-Hop-Gruppe, die jetzt ihre erste CD herausgebracht hat“, erzählt sie. Einer der Hip-Hopper sei immer in Gefahr gewesen, in eine bewaffnete Gruppe zu wechseln. Jetzt schreibt er die Songtexte und geht einen anderen Weg.
Eine andere Gruppe hat Stelzenlauf und Akrobatik für sich entdeckt. „Sie waren immer chaotisch und aggressiv, jetzt ziehen sie auf Stelzen bei Friedensdemos oder am Rosenmontag vorneweg und werden dafür
bewundert“, sagt die charismatische Theologin, deren Optimismus
ansteckend wirkt.
Noch einen ganz besonderen Fall kann sie schildern: Ein Mädchen aus Tumaco wird Kolumbien bei der Vorsynode der Jugend im Vatikan
vertreten. „Noch nie durfte jemand von der Pazifikküste das Land bei einer
solchen Veranstaltung vertreten“, freut sich Purrer. Und jetzt fährt eine junge Afrokolumbianerin nach Rom.

Dass die Jugendarbeit in Tumaco erfolgreich ist, ist der Hartnäckigkeit und Begeisterungsfähigkeit der deutschen Helferin zu verdanken, den Jugendlichen, die sich ihre Träume nicht nehmen lassen wollen und auch der finanziellen Unterstützung aus Deutschland. „Die Spenden aus Mönchengladbach sind ungeheuer wichtig für uns“, bedankt sich Purrer. „Es ist für die Jugendlichen aber auch unersetzlich, zu wissen, dass am anderen
Ende der Welt Menschen sind, die an sie glauben.“ (aus der RP)

Jahresbericht 2017 der Aktion Friedensdorf Mönchengladbach

Aktion Friedensdorf – Kinder in Not e. V. Mönchengladbach

Jahresbericht 2017


Hilfe für die Ärmsten der Armen – so kann man die meisten der von uns geförderten Projekte über-schreiben. Zum Beispiel das Kinderbetreuungsprojekt in den Urwalddörfern der pazifischen Fluss-landschaft der Region Guapi im Südwesten Kolumbiens, in Kooperation mit den Missionsschwestern vom Heiligen Herzen vor rund 35 Jahren von uns initiiert. 98 % der Bevölkerung in den Dörfern und wenigen Städtchen dieses Urwaldgürtels sind Afrokolumbianer, Nachfahren von ehemaligen Sklaven, die sozial Schwächsten in Kolumbien. Fürsorge durch staatliche Institutionen fehlt hier fast völlig. Die Schwesterngruppe aus Guapi hat sich in etlichen solcher Orte am Rio Napi durch häufige Besuche im Laufe der Zeit besonders den Kindern zugewendet. Eine tägliche warme Mahlzeit ist wesentlicher Bestandteil der Betreuung. Schwester Shobha, seit drei Jahren verantwortliche Projektleiterin, berich-tet aktuell in einem lebendigen und eindrücklichen Brief über den Stellenwert dieses Programms:

 

„Es war ein Jahr vieler Aktivitäten und vieler Er-kenntnisse in meiner Aufgabe mit allem, was sie beinhaltet. Einmal mehr danke ich Ihnen, dass Sie mir diese Bereicherung ermöglicht haben und auch, dass ich meine Berufung mit vollem Ein-satz leben kann... Diese Schulspeisungen sind - dank Ihrer Großherzigkeit - ein Segen Gottes, nicht nur für die Kinder, vielmehr für die ganzen Familien: Wenn ein Kind gut ernährt ist, kann es all seine geistigen und intellektuellen Erkennt-nisse entwickeln... Jedes Mal wenn ich die Dörfer besuche, strahlen die Kinder Freude und Frieden aus trotz der ärmlichsten Realitäten, in denen sie leben... Ganz allgemein sind die Erfahrungen in den Schulspeisungsprojekten sehr, sehr positiv...“ Dieses Projekt haben wir 2017 mit einer Zuwendung von 12 000 € ermöglicht.


Das Straßenkinder-Projekt Casa Taller in einem Bogotaner Elendsviertel - ebenfalls seit vielen Jahren von uns gefördert - erhielt von uns im letzten Jahr 12 500 €. Jessica Blum, Studentin der Sozialen Arbeit der hiesigen Hochschule Niederrhein, weilte im Frühjahr 2017 – durch uns vermittelt – zu einem Praxissemester in dieser Einrichtung. In einem weiteren Armenviertel Bogotás gelegen ist die Kindertagesstätte Fundacion Ninos. Diese bewundernswerte Initiative haben wir wieder mit 3 000 € gefördert.

In Chile, in den marginalisierten Vierteln der Hauptstadt Santiago, haben wir unsere langjährige Kooperation mit dem Jugendprojekt La Caleta (der Zufluchtshafen) 2017 wieder mit einer Förderung in Höhe von 7 000 € bedacht.

Die in Peru von uns mit Hilfe bedachten Initiativen sind unsere jüngsten Partnerschaften. Das von der deutschen Sozialarbeiterin Verena Böhling vor einem Jahrzehnt in Lima gegründete Projekt Runayay widmet sich Kindern und Jugendlichen aus dem Straßenkinder- und Bandenmilieu. Diese beein-druckende Arbeit haben wir mit 7 000 € unterstützt. Das Schulprojekt der Organisation Fe y Alegria (Glauben und Freude) in der Andenregion Acobamba erhielt von uns ebenfalls 7 000 €. Der davon ermöglichte Bau von Schul-Treibhäusern mit Berieselungsanlagen diente der Integration der Anleitung zu gesundem, ökologischen Gartenbau in den Schulunterricht, ein Projekt, um die prekäre Ernährungslage der extrem armen Bewohner dieser Gegend zu verbessern. 

 


Im vierten lateinamerikanischen Projektland Guatemala steht die Schulbildung für Kinder und Jugendliche der extrem vernachlässigten Maya-Bevölkerung in den von uns unterstützten Program-men im Mittelpunkt.

Dem Maya-Verein in Rabinal, Träger der dortigen Maya-Privatschule, haben wir 2017 mit 14 000 € erneut beim Unterhalt des Schulbetriebs wesentlich geholfen. Das von der deutschen Journalistin Christine Zauzich vor vielen Jahren in Guatemala-Stadt gegründete Stipendien-Projekt Ijatz (Samen-korn) erhielt von uns im letzten Jahr wieder 10 000 €. Stipendien von dort ermöglichen Maya-Jugendlichen den Besuch weiterführender Schulen, in einigen Fällen auch ein Studium. „Hoffnungs-träger braucht das Land“, so das Motto dieser Initiative. Mit unserer Zuwendung von 17 500 € an das Maya-Bildungswerk ADICI in Coban haben wir für rund 50 Schüler in den extrem entlegenen Dörfchen von Nimla Sachal Durchführung und Begleitung des Radio-Schulprogramms ermöglicht. Die Kooperation mit den Franziskanischen Schulschwestern haben wir 2017 mit einer Überweisung von 10 000 € fortgesetzt, 3000 € für das Ernährungsprojekt für unterernährte Kinder in Los Amates, 7000 € für das Stipendienprogramm in Rio Dulce.

Höhepunkt unserer langjährigen Zusammenarbeit mit den Partnern in Offinso im westafrikanischen Ghana war im letzten Jahr der Besuch von Mr Justice Acheampong im Juni hier bei uns. Ebenso beeindruckend wie bewegend war bei unserer Mitgliederversammlung sein Bericht über das von ihm

gegründete Betreuungsprogramm Special Children’s Care. Hingebungsvoll betreut er einen Kreis von mehr als 50 Familien mit geistig-, körperlich- oder mehrfach behinderten Kindern und Jugendlichen. Einschließlich einiger Einzelfallhilfen für Operationen haben wir für diesen unschätzbaren Einsatz 13 000 € bereitgestellt Das dortige Projekt der Beitragsfinanzierung für die Krankenkassen-Registrierung für ärmste Familien haben wir 2017 mit unserer Überweisung von 7 500 € fortgesetzt.


Der Hilfsfond von Erzbischof Emeritus Dr. Peter Sarpong für ärmste Kinder erhielt wie-der eine Unterstützung von 2 000 €.


Für die Schulgeldfinanzierung von Aidswaisen und Kindern aus ärmsten Familien wendeten wir dem Schulprojekt SAMACCOL im entle-genen Dorf Binshua in Kamerun 2017 wieder 2 500 € zu. Mit einem Beitrag von 5 000 € zum Bau eines weiteren Klassenraumes haben wir hier die Erweiterung zur Senior High School ermöglicht. Erst in diesen Tagen erhielt die Schule eine Auszeichnung durch den Bürgermeister der Kreisstadt Nkambe für ihren besonderen Einsatz für die ärmsten Kinder.


 

Für den Unterhalt unseres EINE-WELT-Informationszentrums und unsere dortige Informations- und Bildungsarbeit haben wir 11 700 € aufgewendet, für Öffentlichkeitsarbeit 2 900 €.

Unsere Verwaltungskosten betrugen 1 535 € und lagen damit wieder deutlich unter 2% unserer Gesamtausgaben.


Allen, die zu unserem Vereinsgeschehen 2017 und zu den Gesamtausgaben von 146 316 € einen Beitrag geleistet haben, sei hiermit herzlich gedankt.

Januar 2018




Jahresbericht Pro Colombia 2017

action pro colombia e.V. Aachen

Geschäftsstelle Erzbergerstr. 84, 41061 Mönchengladbach,

Tel.: 02161 / 44224


Jahresbericht 2017



Wieder ist ein Jahr zu Ende gegangen, ein Grund Bilanz zu ziehen. Denn auch das eben begonnene Jahr 2018 gibt Anlass, zurückzublicken auf den 15. September 1988, als wir im Kreise von 15 Mitstreitern unsere Initiative als eingetragenen Verein gegründet haben. Vor 30 Jahren also.

30 Jahre solidarischer Einsatz für die Menschenrechte im diözesanen Partnerschaftsland Kolumbien. 30 Jahre Hilfe für Opfer von Menschenrechtsverletzungen sowie Förderung und Unterstützung für

mutige Verteidiger der Menschenrechte an der Seite der Bedrängten.

30 Jahre politische Lobbyarbeit im Sinne von Gerechtigkeit und Frieden. Rund 800.000 € haben wir für unsere Partner in dieser Zeit zusammengetragen.

30 Jahre, die geprägt waren von bereichernden Begegnungen und eindrücklichen Erfahrungen. 

 

An erster Stelle denken wir an die Kooperation mit P. Javier Giraldo SJ, mutig und vielfach bedroht im Einsatz für gefährdete Menschen an Brennpunkten der Gewalttätigkeit. Bewegend und unver-gesslich auch die Begegnung mit der Ordensfrau Yolanda Ceron Delgado, Direktorin der Sozial-pastoral der Diözese Tumaco. Bei ihrem Besuch im Juli 2001 berichtete sie uns von ihrer mutigen Menschenrechtsarbeit in den afrokolumbianischen und indigenen Gemeinden in den Flussdörfern der Pazifikküste. Und sie sprach von ihren Ängsten ob der ständigen Todesdrohungen. Nur zwei Monate nach ihrem Besuch bei uns wurde sie am 19. September 2001 am helllichten Tag auf offener Straße erschossen.

Und auch aktuell haben uns Informationen aus Tumaco im letzten Jahr sehr bewegt. Dr. Ulrike Purrer, evangelische Theologin im Dienste der Sozialpastoral der Diözese Tumaco, berichtete uns über die von ihr geleitete diözesane Jugendarbeit. Erschütternd sind insbesondere die Schilderungen über das von extremer Armut geprägte Leben und die nach wie vor zu erlebende Gewalt in der Stadt und deren Umgebung. So schrieb sie erst kürzlich: “In Tumaco kommen wir nicht zur Ruhe, Anfang Oktober ein von der Polizei an Kokabauern verübtes Massaker etwa 20 km von Tumaco entfernt, im Stadtgebiet überall wieder unsichtbare Grenzen und sehr hohe Mordzahlen. Erst letztes Wochenende wurde eine treue Mitarbeiterin unserer Pfarrei am helllichten Tag von einem Unbekannten in ihrem Haus erschossen... Mich motiviert in all dem Wahnsinn immer wieder, dass wir mit dem Centro Afro einen Gegenpol schaffen zur Gewalt für die Kinder und Jugendlichen. Ihre Hilfe ist uns dabei unglaublich

wichtig... Zwei junge Kolumbianer aus der Welt des Zirkus wollen uns unterstützten und einen Zirkuspro-zess im Centro Afro anstoßen, den wir dann mit unseren Stelzenläufern sowie neuen Kindern mit Jonglieren und Akrobatik weiterführen.“

Die große Mehrheit, 98 % der Bevölkerung in Tumaco sind Afro-kolumbianer, Nachfahren von Skla-ven. Deshalb der Name des Treff-punktes Centro Afro, von wo die Jugendarbeit der Diözese ausgeht. 

Die eindrucksvolle, ja begeisternde Arbeit von Ulrike Purrer im Bereich der diözesanen Sozialpastoral haben wir 2017 mit 7.650 € unterstützt. 


 

Die weitere Projektförderung des letzten Jahres :


<dl> <dd>

Kolko e. V. Berlin

politische Lobbyarbeit

Euro 2 000,00

Fundacion Kairos Educativa

Bildungsarbeit für Frieden und Versöhnung

Euro 4 000,00

Asociacion JUNPRO Guapi

Informations- und Bildungsarbeit für Gemeinderäte


Euro 3 000,00

Diözese Quibdo Sozialpastoral

Menschenrechtsarbeit, Rechtsberatung


Euro 5 000,00

</dd></dl>


Unsere Verwaltungskosten betrugen 350,95 € und damit 1,8 % der Gesamtausgaben. 

 

Erwähnt werden soll noch die Mitarbeit bei „Menschenrechte für Kolumbien KOLKO e. V.“ sowie in der bischöflichen Kommission für die Partnerschaft des Bistums Aachen mit Kolumbien. 

 

 


Allen, die zu diesem Vereinsgeschehen und zu unsren Einnahmen von 20.854,17 € einen Beitrag geleistet haben, sei herzlich gedankt.

Januar 2018


Die hiesige Gruppe von Amnesty International wurde im Jahr 1968 gegründet und kann auf ein 50-jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlass findet eine Reihe von Veranstaltungen statt:

Am Samstag, dem 14.4.2018, 20 Uhr tritt die singende Mönchengladbacher Männergruppe "Feine Herbe" in einem Benefizkonzert im Carl-Orff-Saal der Musikschule (Lüpertzender Straße) auf. Sie singt in nachdenklich-humoriger Weise von Problemen des Menschseins im Allgemeinen und Mannseins im Besonderen. Prädikat: Sehr empfehlenswert. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

Am Maifeiertag (1.5.18) ist die AI-Gruppe wieder ab 10 Uhr auf dem Marktplatz in Rheydt mit einem Infostand vertreten und setzt sich für bedrohte Gewerkschaftler in aller Welt ein.

Am Samstag, dem 9.6.18 um 19 Uhr gibt's ein weiteres ganz besonderes musikalisches Highlight: In der evangelischen Friedenskirche, Margarethenstr. 20, tritt die preisgekrönte Jazz- und Rockformation "Jin Jim" auf, die u.a. bei den Leverkusener und Viersener Jazztagen sowie in Lima (Peru) begeisterte.

Weitere Einzelheiten auf der Amnesty-Webseite:

www.amnesty-moenchengladbach.de

Plenum am 15.11.2016

Workshop „Zukunft des Eine Welt Forums“
Kritischer Blick auf 20 Jahre Eine Welt Arbeit


„Nach zwanzig Jahren ist es an der Zeit einen kritischen Blick auf die Arbeit des Eine Welt Forums in Mönchengladbach zu werfen, um auf dieser Basis einen mutigen Blick in die Zukunft zu wagen“. Mit diesen Worten eröffnete Bernd Bader, der Vorsitzende den Workshop, zu dem die Mitglieder am 15.11.2015 eingeladen waren.

Unter der Mithilfe der Moderation von Reinhold Schiffers gelang ein ermutigendes Resümee aus 20 Jahren engagierter Eine Welt Arbeit.
Wenn auch nach Wegfall der finanziellen Förderung des Landes für die Eine Welt Arbeit in Städten und Gemeinden schon nach wenigen Jahren einige der Aktiven der ersten Stunden sich zurückgezogen haben, die hauptamtliche Arbeit aus den Anfangsjahren nicht fortgesetzt werden konnte, konnte doch auf eine stolze Bilanz verwiesen werden. Das Eine Welt Forum ist nach zwanzig Jahren in der Stadt und im Land gut vernetzt. Eine Vielzahl von Projekten, allen voran die Nord-Süd-Partnerschaft, konnten realisiert werden und sind heute lebendiger denn je. Das Projekt Fair Trade City ist mit einem Ratsbeschluss und einer Vielzahl von Aktivitäten, z.B. Fair Trade Schulen, der Aktion „Faire Beschaffungen“ gut in der Stadt verankert. Die einen Welt Aktionstage sind wiederkehrende thematische Fixpunkte. Die Mitwirkung im Veilchendienstagszug schafft breite Aufmerksamkeit über den Kreis der „üblichen Verdächtigen“ hinaus. Die Nachfrage junger Menschen nach Studienaufenthalten in Eine Welt Ländern nimmt erfreulich zu. Es sind zwar wenige, dafür aber überaus engagierte Ehrenamtler, die die Arbeit tragen. Ein größer werdender Kreis von Kooperationspartnern unterstützt die Arbeit, nicht zuletzt eine Reihe von Schulen mit Projekttagen und dem Erlös von Wohltätigkeitswanderungen. Nach wie vor versammelt sich ein gutes Dutzend Initiativen unter dem Dach des Eine-Welt-Forums.


Für die Zukunft soll die Arbeit sich auf konkrete – im Einzelfall auch zeitlich begrenzte - Projekte konzentrieren, für die weitere Unterstützer gewonnen werden. Konkret soll angepackt werden: die Produktion einer Fotoausstellung zu Menschen aus Einer Welt in Mönchengladbach mit deren Fluchtgeschichten. Für die zeitgemäße Verbreitung von lokalen Nachrichten aus der Eine Welt Arbeit soll eine Präsenz in den sozialen Netzwerken mit journalistischer Unterstützung geschaffen werden. Einmal im Jahr soll eine Gemeinschaftsaktion aller Mitgliedsgruppen eine breite Öffentlichkeit erreichen. Für 2017 soll anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Nord-Süd- Partnerschaft zwischen NRW und Ghana wieder ein Ghana Tag veranstaltet werden, für 2018 könnte das Weltmusikfest mit neuen Akteuren wiederbelebt werden.

Für 2018 gibt es auch die Aussicht auf Unterstützung durch eine hauptamtliche Mitarbeiterin aus Fördertöpfen von „Engagement Global“.

Mit diesen ermutigenden Zukunftsperspektiven gehen die Aktiven des Eine-Welt-Forums in das nächste Jahr.